Oktoberfest München: Tesvolt-Großspeicher lösen Netzkapazitätsprobleme von Festzelten
München, Wittenberg, 15.09.2026 – Das größte Volksfest der Welt wird seit dem Ukrainekrieg zunehmend elektrifiziert, die physische Netzinfrastruktur vor Ort stößt jedoch an ihre Grenzen: Im letzten Jahr kam es in den Festzelten zu mehreren Stromausfällen. Die Stadtwerke München (SWM) könnten die Leistung auf Mittelspannungsebene nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten weiter erhöhen. Elektromeister Matthias Poeting sichert den diesjährigen Betrieb der großen Festzelte von Pschorr-Bräurosl und Löwenbräu nun mit drei Batteriegroßspeichern des Wittenberger Anbieters Tesvolt ab.
Physikalische Grenzen der Netzinfrastruktur
Die Gefahr von Stromausfällen ist auf dem Oktoberfest real. Ein großes Festzelt bekommt von den Stadtwerken München eine Anschlussleistung von rund 420 Kilowatt (kW) zur Verfügung gestellt, der reale Bedarf schießt in den Spitzenzeiten aber auf weit über 500 kW hoch. Der Netzanschluss läuft in diesen Momenten permanent in der Überlast. Im vergangenen Jahr ging im Löwenbräu-Zelt zweimal komplett das Licht aus, im Pschorr-Bräurosl Zelt traf es die Wirte einmal mitten im laufenden Betrieb.
„Ein Stromausfall im voll besetzten Zelt ist der absolute Albtraum für jeden Wirt. Bisher konnten wir bei einer Überlastung des Netzanschlusses innerhalb von fünf Minuten kaum so reagieren, dass das Zelt nicht ausfällt“, erklärt Matthias Poeting, Geschäftsführer von MP Elektrotechnik München, der seit Jahren für die Elektrik mehrerer großer Wiesnzelte verantwortlich ist. „Dieses Jahr haben wir durch die Batteriespeicher einen Puffer von zwei Stunden. Das gibt mir jetzt einfach ein bisschen Luft, ich kann mit den Leuten in der Küche sprechen, wir können Geräte gezielt runterfahren und die Last reduzieren – das ist ein wahnsinniger Vorteil für die Betriebssicherheit.“
Ukrainekrieg und Abgasvorgaben treiben den Elektro-Boom
Der Hunger nach Strom hat sich auf der Theresienwiese in kurzer Zeit vervielfacht. Neben dem Verzicht auf Gas seit dem Ukrainekrieg treiben auch neue strenge Abgasvorgaben der Stadt den Umstieg auf Elektroantriebe voran. Da mittlerweile selbst kleine Buden aufwendige Regelungen bei der Nutzung von Gas befolgen müssen, sparen Wirte durch den Wechsel auf rein elektrische Küchen Kosten bei der Installation von teuren Abgasführungen und Messstrecken. Gleichzeitig steigt der Komfort: Allein die Heizstrahler in den Außenbereichen benötigen mittlerweile teilweise um die 150 kW pro Zelt. Gerade bei kühlerem Wetter steigen die Lastspitzen stark an, weil die Heizpilze dann sehr viel Strom brauchen. Dieser Strom kommt nun dezentral aus den Batteriespeichersystemen und entlastet den Netzanschluss der Zelte.
Wirtschaftlicher als Netzausbau
Die Zelt-Wirte sehen die Stadt in der Pflicht, für ausreichend Strom zu sorgen – doch die physikalischen Grenzen des Netzes sind erreicht. Ein klassischer Ausbau der Netzinfrastruktur sei auf dem Festgelände kaum realisierbar. Die umliegenden Trafostationen arbeiten während der Wiesn am Limit, und eine Erweiterung der Mittelspannung sowie der Niederspannungshauptverteiler (NSHV) stünde wirtschaftlich und logistisch in keinem Verhältnis.
„Die Investition in die Batteriespeicher ist vom Umfang her deutlich geringer als ein tiefgreifender Umbau der Trafostationen und der Netze vor Ort“, erklärt Poeting. „Ein solcher Speicher amortisiert sich in der Praxis voraussichtlich schon nach zwei bis drei Jahren. Außerdem nehmen die Systeme wenig Platz weg – und wenn die Last in den kommenden Jahren noch größer wird, dann erweitern wir das Batteriesystem einfach und fertig.“
Spielraum für Energiezukunft der Wiesn
„Das Oktoberfest ist für jede Technologie ein absoluter Stresstest unter Extrembedingungen. Genau dafür haben wir unsere Tesvolt FORTON-Großspeicher geliefert“, berichtet Daniel Hannemann, Mitgründer und Aufsichtsratsmitglied von Tesvolt. „In diesen Systemen setzen wir auf modernste Hochtemperaturzellen. Sie machen die Speicher sehr belastbar und langlebig. Ein weiterer Vorteil auf dem engen Festgelände ist, dass die Technologie ohne Flüssigkeitskühlung auskommt. Das spart Platz und verzichtet auch vollständig auf umweltgefährdende Kühlstoffe. Das passt auch zum nachhaltigen Anspruch der Wiesn.“
„Niemand kann genau sagen, wie die Energie-Infrastruktur der Wiesn in fünf oder zehn Jahren aussieht. Es wäre doch ziemlich klug, auch die Abwärme der Zelte zu nutzen oder den Wind und vielleicht gibt es ja mal Solarmodulfolien auf den Zeltdächern“, so Poeting. „Warum sollten wir also das Netz mit gigantischem Aufwand ausbauen, wenn intelligente Speichertechnologie die viel preiswertere Lösung bietet und total flexibel auf die künftige Energiesituation reagieren kann. Auch die Wiesnwirte sind sehr offen für intelligente, grüne Energiesysteme.“
Über Tesvolt
Die Tesvolt AG ist ein deutscher Anbieter und Systemintegrator von Batteriespeichersystemen für Gewerbe, Industrie und Utility-Scale-Anwendungen. Als Full-Service-Anbieter übernimmt Tesvolt alle Schritte von der Projektplanung über den Bau und Betrieb bis zur Stromvermarktung von Großspeicheranlagen. Über die Tochtergesellschaft Tesvolt Energy können Speichersysteme bereits ab 50 kW Leistung am Energiehandel teilnehmen.
Zur Unternehmensgruppe gehört außerdem die Tesvolt Ocean GmbH, die Batteriespeicherlösungen für maritime Anwendungen entwickelt. Tesvolt wurde 2014 gegründet und hat weltweit mehr als 6.000 Speicherprojekte realisiert.
Über MP Elektrotechnik München
Die MP Elektrotechnik München GmbH ist ein zertifizierter Elektro-Meisterbetrieb mit Sitz in der bayerischen Landeshauptstadt. Das Leistungsspektrum des von Inhaber und Geschäftsführer Matthias Poeting geleiteten Unternehmens umfasst neben der klassischen gewerblichen und industriellen Elektroinstallation vor allem spezialisierte Lösungen in den Bereichen Festzelt- und Veranstaltungstechnik, NSHV-Verteilungsbau sowie Netzwerktechnik und intelligentem Energiemanagement. Mit über 25 Jahren Erfahrung betreut der Betrieb namhafte Großkunden, Traditionsbrauereien und mehrere der großen Festzelte auf dem Münchner Oktoberfest.
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