Zeit und Mühe sparen bei der Contentverteilung und -evaluierung

Guter Content ist heiß begehrt und trotz des regelmäßig beschworenen „content overflows“ erfolgreich. Trotzdem reicht es nicht, ihn für unterschiedliche Kanäle in ein und derselben Form zu nutzen. Genau wie wir im Alltag versuchen, Informationen auf unser Gegenüber anzupassen (wir sprechen mit unseren Kollegen anders als mit unseren Schwiegereltern), verlangen die unterschiedlichen Plattformen auch unterschiedliche Beitragsformen. Diese Anpassung wird immer aufwändiger, weil immer mehr kostenlose Plattformen zur Verfügung stehen. Online hat man die Qual der Wahl, schnell sind zwei oder mehr Kanäle zu betreuen. Was ist also zu tun, wenn man schnell und ohne Mühe seinen Content in der richtigen Form an der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit platzieren möchte?

Social Media Tools helfen bei der täglichen Arbeit

Mehrere Social Media Kanäle mühelos im Auge behalten und verwalten: das ist das Versprechen, das viele Social Media Tools geben. Beim genaueren Hinsehen gibt es jedoch sehr deutliche Unterschiede zwischen den Werkzeugen.

Wir haben in den vergangenen Monaten einige dieser Tools getestet und folgende Eindrücke gewonnen:

Buffer – für aktive Schreiber, die keine Rückmeldung brauchen

Kosten: Kostenlose Version für drei Social Media Accounts verfügbar, umfangreichere Pakete ab 15 Dollar im Monat
Vorteil: günstiges und übersichtliches Tool, das die Veröffentlichung und Planung von Beiträgen erleichtert
Nachteil: in der Grundversion ist nur das Veröffentlichen und Planen von Beiträgen möglich. Auf Anfragen antworten (Buffer Reply) und das Abrufen von Reports (Buffer Analyze) muss man dazu buchen und bezahlen.

Social Pilot – für ein kleines Team, das Beiträge planen und abstimmen möchte

Kosten: 14 Tage kostenlose Testversion möglich, danach verschiedene Pakete ab ca. 8 Dollar monatlich
Vorteil: Teamnutzung ist möglich, das Tool ist auf das Wesentliche reduziert
Nachteil: Die Recherche von Profilen und neuen Themen innerhalb des Tools ist recht umständlich, starke Fokussierung auf das Planen und Veröffentlichen von Beiträgen.

Hootsuite – für alle Multitasker

Kosten: kostenlose Version mit 3 Social-Media-Kanälen und einem Nutzer; danach Lösungen ab 25 US-Dollar im Monat
Vorteil: Umfassendes Backend, zahlreiche Kanäle sind integriert
Nachteile: Die gesammelten Registerkarten im Backend werden schnell unübersichtlich, geplante Beiträge lassen sich nicht in Vorschau darstellen – das heißt, dass im finalen Beitrag eventuell die Links oder Bilder fehlen, das Veröffentlichen auf Facebook ist seit ein paar Wochen nur eingeschränkt möglich

Crowdfire – für neugierige Einzelgänger

Kosten: kostenlose Version mit einem Account pro Social-Media-Netzwerk und einem Nutzer verfügbar; danach Lösungen ab 7,48 US-Dollar im Monat
Vorteil: Schönes und übersichtliches Layout, starker Fokus auf das Finden neuer Themen
Nachteile: Keine Teamfunktion, daher eher für Einzelpersonen oder kleine Unternehmen mit einem Social Media Manager geeignet

SocialHub – für ein großes Team mit einer regen Community

Kosten: Eine kostenlose Testversion ist nach einem Erstgespräch möglich; danach staffeln sich die Preise nach Kundenanzahl
Vorteil: Auf Teamarbeit ausgerichtet, starke Fokussierung auf eine hohe Anzahl von Kommentaren und Direktnachrichten, daher sehr gut für Unternehmen geeignet, die ihre Social Media Kanäle für Service nutzen oder bereits über eine rege Community verfügen
Nachteile: Das Finden neuer Themen und Accounts, um seine Basis zu erweitern, ist beschränkt

Sprout Social – für kleinere Teams, die aussagekräftige Reports brauchen

Kosten: Ein Monat gratis Testversion, danach Lösungen ab 99 US-Dollar pro Monat
Vorteile: Übersichtliches Backend und gute Usability, Vorschau der geplanten Beiträge entspricht überwiegend der Darstellung in den Netzwerken, Export von Reports als PDFs möglich
Nachteile: Bei Facebook gibt es immer wieder Probleme, Bilder aus dem Tool auch zu übernehmen. Die Teamversion für Agenturen ist mit 300 Dollar im Monat recht teuer.

Fazit:

Um als „Betreuer“ von mehreren Social Media Kanälen Beiträge zu planen und zu veröffentlichen, ist die Auswahl an kostenlosen Tools relativ groß. Dafür empfehlen sich Buffer oder Social Pilot. Um auf seine Timeline reagieren zu können und Beiträge zu teilen oder sogar neue Inspirationen und weitere Accounts zu finden, also eine Community aufzubauen, sind Hootsuite oder Crowdfire die richtige Wahl. Sobald man als Team arbeiten möchte und Freigabeprozesse definieren muss, steigen die Kosten deutlich. Hier empfehlen wir Sprout – das kostspieligste, aber auch am besten durchdachte Tool in unserer Auswahl – oder für Unternehmen, die mit einem großen Team viele Anfragen bearbeiten müssen, Social Hub.


Die Autorin

Caroline Post – seit 2016 bei Sunbeam im Bereich PR, ist Social-Media-Afiçionada und interessiert an Energiepolitik und digitalen Trends.