Eine kleine Geschichte der Energiewende

Teil 2 – Die Energiewende in Deutschland

Im zweiten Teil unserer Serie fassen wir die wichtigen Eckdaten der deutschen Energiewende für Sie zusammen.

Windkraftanlagen im Morgenrot von Karsten Würth

Die Zukunftsvision des Physikers Amory Lovins von einer Welt ohne Kohle- und Kernenergie (wie in Teil 1 unserer Serie erwähnt) fand auch in Deutschland Gehör. 1979 gelangte eine Übersetzung seines Buchs  in den deutschen Buchhandel und inspirierte das Ökoinstitut bereits 1980, seine Gedanken auf Deutschland zu übertragen. Das Ergebnis war eine wissenschaftliche Arbeit darüber, wie Deutschland auch ohne die Nutzung von Kernenergie und Erdöl wirtschaftlich florieren kann – der Titel: „Energie-Wende. Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran“. Damit war der Begriff geboren, der heute in aller Munde ist.

Den Anstoß für einen politischen Kurswechsel in der Energiepolitik gab dann 1986 der GAU im AKW von Tschernobyl. Die Forderung, aus der Atomenergie auszusteigen existierte dank des Einzugs der Grünen in den Bundestag zwar schon seit 1983 im Parlament, nach Tschernobyl schloss sich jedoch auch die SPD dieser Forderung an. Die damalige Regierung aus CDU/ CSU und FDP behielt ihre kernenergiefreundliche Position bei. Dennoch gab es bereits Ende der 1980er Jahre erste Fördermaßnahmen für erneuerbare Energien.

Das Stromeinspeisungsgesetz, dass Energieversorger erstmals verpflichtete erneuerbaren Strom abzunehmen und zu vergüten, ebnete dann den Einzug der erneuerbaren Energien in Deutschland. Es wurde 1990 von den Politikern Matthias Engelsberger (CSU) und Wolfgang Daniels (Grüne) in den Bundestag eingebracht und mit großer Mehrheit angenommen.

Richtig in den Gang kam die Energiewende aber erst 1998 unter der ersten rot-grünen Bundesregierung von Kanzler Gerhard Schröder. Die tragenden Eckpfeiler waren die Einführung der Ökosteuer, das 100.000-Dächer Programm, das bis 2003 den Bau von PV-Anlagen förderte und in der Folge die Einführung des EEG, sowie der gesetzlich vereinbarte Atomausstieg. Auch die Wahrnehmung der Erneuerbaren veränderte sich während der rot-grünen Amtszeit. Sie wurden immer mehr zu der echten Alternative anstatt nur zu einer Ergänzung der alten Energieträger, wie Konservative und Liberale es lange betrachteten.

Daran änderte auch die 2010 vom Merkel-Kabinett beschlossene Laufzeitverlängerung der deutschen AKWs nichts. Spätestens seit der zweiten großen Nuklearkatastrophe, die sich 2011 in Fukushima ereignete, und in deren Folge der Ausstieg aus der Kernenergie erneut gesetzlich festgelegt wurde, stehen alle etablierten deutschen Parteien hinter der Energiewende. Strittig bleibt nur, wie und vor allem wie schnell sie gehen kann.

Lesen Sie in unserem nächsten Beitrag, wie wir von Sunbeam die Entwicklung der Energiewende erlebt und mitgestaltet haben.

Quellen:

https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/HG-Papier_40-Jahre-Oeko-Institut.pdf

The politics and policy of energy system transformation — explaining the German diffusion of renewable energy technology, Staffan Jacobssona, Volkmar Lauber


Die Autorin

Stefanie Müller, seit 2015 bei Sunbeam im Bereich PR, Leidenschaft für die Energiewende, Hamburch (!) und ihre Familie